Beyond the Stories Teil #1

1Der Countdown läuft groß auf der Videowand, das TV-Studio ist bis auf den letzten Platz gefüllt … und dann ist es endlich soweit: Lisa Mundt und Florian Bernhardt, die Producer, betreten die Bühne und eröffnen das 20. Medienforum Mittweida!

„Wir freuen uns, dass ihr alle da seid und zwei Kongresstage mit uns gemeinsam erleben wollt“, so Lisa Mundt.

Über 10 Monate hat das Team auf diesen Moment hingearbeitet – Nach ein paar einführenden Worten der Producer und einer kurzen Rede von Prof. Michael Hösel, dem Dekan der Fakultät Medien, kann der Kongress beginnen.

 


Und schon befinden wir uns mitten drin in der ersten Keynote „It’s a kind of special effects“

4Marco Nostadt, Head of Visual Efffects bei DAS WERK, erklärt den kreativen und technisch hoch anspruchsvollen Workflow von Sepcial Effects in der Werbeproduktion. Eins wird deutlich: es ist ziemlich kompliziert die Realität „nachzustellen“, deswegen rät Marco Nostadt, so viele Eindrücke wie möglich vom Set mitzunehmen. Ganz nach dem Motto: Dreh was du drehen kannst, das spart bei Effekten Zeit und Nerven.
Mit der poetischen Pointe: „Am Ende ist der Mensch entscheidend und nicht irgendein Programm.“ schickt Marco Nostadt uns dann in die Pause. 
Die erste Keynote ist geschafft, die Erleichterung über den gelungenen Start ist dem Team anzumerken – und obendrauf gibt’s es passend zum 20. Geburtstag für alle Muffins im Medienforum-Design.

 


„Halten Sie die Augen offen, was morgen kommt“

8Nach dem Ausflug in die Welt der Special Effects ging es dann mit Oliver Göck (Geschäftsführer von 3spin) und Steffan Kottkamp (General Executive Manager der MackMedia) auf eine Reise in die Virtual Reality – Level up you Life!

Egal ob zu Gast in Flugzeugen oder der Eintritt in Phantasiewelten – die VR macht so ziemlich alles möglich, ohne dass wir dazu unser gemütliches Sofa verlassen müssen. Denn auch das ist klar: VR ist längst ein Trend an dem wir nicht mehr vorbeikommen. Vom Workflow, über die notwendige Software bis zu möglichen Einsatzmöglichkeiten im Marketing zeigten die beiden Referenten, was mit Virtual Reality alles umsetzbar ist. Besonders beeindruckend war der Einblick in die Coastiality der MackMedia. Die Verbindung von Achterbahn und Virtual Reality wurde übrigens erst ganz frisch patentiert. Das machte dann auch die ersten Zuschauer vor den Bildschirmen, Smartphones und im TV-Studio neugierig und so wurden die Referenten bei der Q&A mit der ein oder andere Frage gelöchert. Einen wichtige Anregung gab uns Oliver Göck mit auf dem Weg: „Haltet die Augen offen, was morgen kommt.

 


Zurück aus der Virtual Reality war es dann Zeit für die erste Talkrunde – „Ein Herz für Podcasts“.

14Dominik Hammes (Radio Nuklear), Nicolas Semak (Viertausendherz) und Jörg Wiesner (MDR Sputnik) diskutierten über Inhalte und Finanzierung von Podcasts. Aber warum eigentlich Podcasts und nicht Radio?
Da waren sich alle drei Referenten einig – Podcasts geben einem einfach die Möglichkeit sich auszuprobieren, jedes Thema kann frei von jedem Sendeschema aufbereitet werden, außerdem ist die Unabhängigkeit von der Musik ein großer Pluspunkt. Fakt ist jedoch, Podcasts, die nicht themenspezifisch sind, sind für viele potentielle Werbepartner uninteressant, deshalb ist eine klare Idee das Wichtigste, um die Finanzierung zu sichern!

 


Parallel fiel auch der Startschuss für die Recruiting Lounge.

Im Speeddatingverfahren konnten Studenten mit etablierten Unternehmen, wie dem Red Bull Media House oder MDR Sputnik in Kontakt treten. Auch unsere Workshops kamen sehr gut an, die Besucher konnten sich im Bereich 360°/VR oder Storytelling bei Dokus selbst ausprobieren.


 „Ich mache Stories für mich und niemand anderen!“

16Egal ob Libyen, Iran oder Syrien – Philipp Breu hat Orte besucht, an denen man ansonsten eher wenige bis gar keine Journalisten findet. Als Embedded Journalist, ziviler Kriegsberichterstatter, erlebte er Krieg und Zerstörung hautnah – wird sogar selber angeschossen in Syrien. Bei der Keynote „One world – many ways to tell a story“ nahm er uns mit in die Welt eines Journalisten, der dahin schaut, wo sonst fast niemand hinschaut:

Storys abseits vom Mainstream, den Fokus auf Menschen in Nahost, ihre Konflikte und sozialen Probleme. Für mich sind die individuellen, persönlichen Geschichten wichtiger als offensichtliche Stories.“, so Breu. 17Leider gilt auch hier, dass man genau wissen muss, was Geld bringt und von welchen Stories man leben kann! Unser diesjähriger Claim Beyond the Stories passte wohl bei kaum einer Keynote besser.

Im anschließenden Talk mit Pia Alanko, Radiojournalistin und Dozentin an der ESN Uni Turku, und Moderatorin Eva Lindner ging es vor allem um die Arbeit als Freelancer und den Umgang mit Krisengebieten als Journalist. „Als Freelancer ist man kreativ uneingeschränkt, aber das finanzielle Risiko ist höher„, merkte Pia Alanko an.

 


„Verändert die Werbung!“

21Die emotionalen Bilder aus Syrien, Libyen und Flüchtlingslagern mussten auch vom Publikum erst einmal verdaut werden. Deshalb folgte eine lockere Keynote zum Thema Social Ads und Influencer Marketing. Unter dem Motto „Social has become the new internet“ wurde der veränderte Werbemarkt, die Verlagerung in den Online-Bereich und die Rolle von Influencern präsentiert und diskutiert.

Und auch hier bekamen die Zuschauer eine klare Ansage von Christian Chyzyk (CEO bei Reachhero): „Sucht einen Influencer der zum Produkt und der Plattform passt!“ und Martin Däger (Geschäftsführer von Unruly) ergänzt „Verändert die Werbung!

 


 „Wir müssen mehr mit den Menschen reden und weniger oberflächliche Berichterstattung betreiben.“

24Den Abschluss des ersten Kongresstages bildete dann der Talk „Demokratie und Medien“. Vertrauen die Menschen den Medien wirklich nicht mehr? Und glauben sie Informationen aus Social Networks wirklich mehr als den etablierten Informationsdiensten?
Diesen Fragen stellten sich Antonie Rietzschel (Süddeutschen Zeitung), Firas Alshater (Youtuber), Henrik Nürnberger (Junge Presse Berlin e.V.), Thomas Dittrich (EMBA), Aline Fiedler (CDU) und Moderator Thomas Bärsch (ZDF). Vor allem in einem Punkt waren die Referenten sich einig: die Medien dürfen nicht aufgeben. Die Vertrauenskrise zu überwinden wird ein harter und langer Weg, aber der Optimismus, sie zu überwinden, überwiegt.

Als Schlusswort ein passendes Zitat von Thomas Dittrich:

„Wir müssen mehr mit den Menschen reden und weniger oberflächliche Berichterstattung betreiben, damit wir mit den Bürgern auf einer Ebene sind. Wir müssen die Menschen ernst nehmen, damit sie uns auch ernst nehmen können!“