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Zum Medienforum 2016 ist jeder ein Teil der ganz großen Geschichte #MFMW. Denn mit dem Claim “Beyond the Stories” wurden beim Medienforum Mittweida 2016 die “Geschichten hinter den Geschichten” beleuchtet.

Gerade in der Medienwelt werden viele Geschichten erzählt – oft kratzt man aber nur an der Oberfläche. Anders bei uns! Wir warfen in diesem Jahr einen Blick hinter die Referenten, aktuellen Medienthemen und Geschehnisse in unseren zahlreichen Panels, Talks und Workshops. Die Zuschauer erhielten einen Rundumblick in die aktuellen Themen und Entwicklungen der Medienwelt. Der Claim verrät dabei schon, dass das Publikum die Möglichkeit bekam, Kontakt zu den Medienmachern herzustellen und aktiv Eindrücke auszutauschen und nachzuhaken, so zum Beispiel in unserer Meet & Greet Lounge. 

Man hatte also exklusive Einblicke in die Hintergründe und Erfahrungen nationaler und internationaler Medienmacher und konnte über den Tellerrand hinaus – “Beyond the Stories” – sehen.

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Hier nochmal ein Überblick über die verschiedenen Keynotes, Talks und Workshops. Es ist auch vermerkt, wann und unter welcher Leitung die Events stattfanden.

Vielen Dank, für eure zahlreiche Teilnahme!

Die Highlights des ersten Tages im einzelnen

1Der Countdown läuft groß auf der Videowand, das TV-Studio ist bis auf den letzten Platz gefüllt … und dann ist es endlich soweit: Lisa Mundt und Florian Bernhardt, die Producer, betreten die Bühne und eröffnen das 20. Medienforum Mittweida!

„Wir freuen uns, dass ihr alle da seid und zwei Kongresstage mit uns gemeinsam erleben wollt“, so Lisa Mundt.

Über 10 Monate hat das Team auf diesen Moment hingearbeitet – Nach ein paar einführenden Worten der Producer und einer kurzen Rede von Prof. Michael Hösel, dem Dekan der Fakultät Medien, kann der Kongress beginnen.

 


Und schon befinden wir uns mitten drin in der ersten Keynote „It’s a kind of special effects“
Marco Nostadt, Head of Visual Efffects bei DAS WERK, erklärt den kreativen und technisch hoch anspruchsvollen Workflow von Sepcial Effects in der Werbeproduktion. Eins wird deutlich: es ist ziemlich kompliziert die Realität „nachzustellen“, deswegen rät Marco Nostadt, so viele Eindrücke wie möglich vom Set mitzunehmen. Ganz nach dem Motto:

Dreh was du drehen kannst, das spart bei Effekten Zeit und Nerven.

Mit der poetischen Pointe:

Am Ende ist der Mensch entscheidend und nicht irgendein Programm.

schickt Marco Nostadt uns dann in die Pause. Die erste Keynote ist geschafft, die Erleichterung über den gelungenen Start ist dem Team anzumerken – und obendrauf gibt’s es passend zum 20. Geburtstag für alle Muffins im Medienforum-Design.

 


„Halten Sie die Augen offen, was morgen kommt“
Nach dem Ausflug in die Welt der Special Effects ging es dann mit Oliver Göck (Geschäftsführer von 3spin) und Steffan Kottkamp (General Executive Manager der MackMedia) auf eine Reise in die Virtual Reality – Level up you Life!

Egal ob zu Gast in Flugzeugen oder der Eintritt in Phantasiewelten – die VR macht so ziemlich alles möglich, ohne dass wir dazu unser gemütliches Sofa verlassen müssen. Denn auch das ist klar: VR ist längst ein Trend an dem wir nicht mehr vorbeikommen. Vom Workflow, über die notwendige Software bis zu möglichen Einsatzmöglichkeiten im Marketing zeigten die beiden Referenten, was mit Virtual Reality alles umsetzbar ist. Besonders beeindruckend war der Einblick in die Coastiality der MackMedia. Die Verbindung von Achterbahn und Virtual Reality wurde übrigens erst ganz frisch patentiert. Das machte dann auch die ersten Zuschauer vor den Bildschirmen, Smartphones und im TV-Studio neugierig und so wurden die Referenten bei der Q&A mit der ein oder andere Frage gelöchert. Einen wichtige Anregung gab uns Oliver Göck mit auf dem Weg: „Haltet die Augen offen, was morgen kommt.

 


Zurück aus der Virtual Reality war es dann Zeit für die erste Talkrunde – „Ein Herz für Podcasts“.
Dominik Hammes (Radio Nuklear), Nicolas Semak (Viertausendherz) und Jörg Wiesner (MDR Sputnik) diskutierten über Inhalte und Finanzierung von Podcasts. Aber warum eigentlich Podcasts und nicht Radio?
Da waren sich alle drei Referenten einig – Podcasts geben einem einfach die Möglichkeit sich auszuprobieren, jedes Thema kann frei von jedem Sendeschema aufbereitet werden, außerdem ist die Unabhängigkeit von der Musik ein großer Pluspunkt. Fakt ist jedoch, Podcasts, die nicht themenspezifisch sind, sind für viele potentielle Werbepartner uninteressant, deshalb ist eine klare Idee das Wichtigste, um die Finanzierung zu sichern!

 


Parallel fiel auch der Startschuss für die Recruiting Lounge.
Im Speeddatingverfahren konnten Studenten mit etablierten Unternehmen, wie dem Red Bull Media House oder MDR Sputnik in Kontakt treten. Auch unsere Workshops kamen sehr gut an, die Besucher konnten sich im Bereich 360°/VR oder Storytelling bei Dokus selbst ausprobieren.


„Ich mache Stories für mich und niemand anderen!“
Egal ob Libyen, Iran oder Syrien – Philipp Breu hat Orte besucht, an denen man ansonsten eher wenige bis gar keine Journalisten findet. Als Embedded Journalist, ziviler Kriegsberichterstatter, erlebte er Krieg und Zerstörung hautnah – wird sogar selber angeschossen in Syrien. Bei der Keynote „One world – many ways to tell a story“ nahm er uns mit in die Welt eines Journalisten, der dahin schaut, wo sonst fast niemand hinschaut:

Storys abseits vom Mainstream, den Fokus auf Menschen in Nahost, ihre Konflikte und sozialen Probleme. Für mich sind die individuellen, persönlichen Geschichten wichtiger als offensichtliche Stories.“, so Breu. Leider gilt auch hier, dass man genau wissen muss, was Geld bringt und von welchen Stories man leben kann! Unser diesjähriger Claim Beyond the Stories passte wohl bei kaum einer Keynote besser.

Im anschließenden Talk mit Pia Alanko, Radiojournalistin und Dozentin an der ESN Uni Turku, und Moderatorin Eva Lindner ging es vor allem um die Arbeit als Freelancer und den Umgang mit Krisengebieten als Journalist. „Als Freelancer ist man kreativ uneingeschränkt, aber das finanzielle Risiko ist höher„, merkte Pia Alanko an.

 


„Verändert die Werbung!“
Die emotionalen Bilder aus Syrien, Libyen und Flüchtlingslagern mussten auch vom Publikum erst einmal verdaut werden. Deshalb folgte eine lockere Keynote zum Thema Social Ads und Influencer Marketing. Unter dem Motto „Social has become the new internet“ wurde der veränderte Werbemarkt, die Verlagerung in den Online-Bereich und die Rolle von Influencern präsentiert und diskutiert.

Und auch hier bekamen die Zuschauer eine klare Ansage von Christian Chyzyk (CEO bei Reachhero): „Sucht einen Influencer der zum Produkt und der Plattform passt!“ und Martin Däger (Geschäftsführer von Unruly) ergänzt „Verändert die Werbung!

 


„Wir müssen mehr mit den Menschen reden und weniger oberflächliche Berichterstattung betreiben.“
Den Abschluss des ersten Kongresstages bildete dann der Talk „Demokratie und Medien“. Vertrauen die Menschen den Medien wirklich nicht mehr? Und glauben sie Informationen aus Social Networks wirklich mehr als den etablierten Informationsdiensten?
Diesen Fragen stellten sich Antonie Rietzschel (Süddeutschen Zeitung), Firas Alshater (Youtuber), Henrik Nürnberger (Junge Presse Berlin e.V.), Thomas Dittrich (EMBA), Aline Fiedler (CDU) und Moderator Thomas Bärsch (ZDF). Vor allem in einem Punkt waren die Referenten sich einig: die Medien dürfen nicht aufgeben. Die Vertrauenskrise zu überwinden wird ein harter und langer Weg, aber der Optimismus, sie zu überwinden, überwiegt.

Als Schlusswort ein passendes Zitat von Thomas Dittrich:

„Wir müssen mehr mit den Menschen reden und weniger oberflächliche Berichterstattung betreiben, damit wir mit den Bürgern auf einer Ebene sind. Wir müssen die Menschen ernst nehmen, damit sie uns auch ernst nehmen können!“

 

Emotional, unterhaltsam, meinungsbildend – diese drei Adjektive beschreiben den zweiten Kongresstag ganz treffend.

Gleich zu Beginn des Tages wurde dem Begriff „Dreistufentest“ auf den Grund gegangen. In der Talkrunde, die von Prof. Peter Gottschalk (ARTE) geleitet wurde, war unter anderem Mathias Noschis vom Unternehmen Alphapanda. Alphapanda ist eine Filmmarketingagentur mit Sitz in Berlin und London. Noschis konnte den Begriff „Dreistufentest“ ganz anschaulich erklären. Alle Filme und Projekte, die gelauncht werden sollen, müssen einem dreistufigen Leistungstest bestehen. Ergänzt wurde das Panel von Kay Meseberg (ARTE), Produzent der ersten 360-Grad Doku am Nordpolarmeer. Im darauffolgenden Talk waren sich alle einig: „Um neue Innovationen, wie VR zu etablieren, muss man seine Zielgruppe lernen zu verstehen und auch mal den Blickwinkel wechseln können.“

 


„Zum Glück lässt mich niemand echte Raumschiffe fliegen“

Interaktiv wurde es im Panel „WASD – Beyond the Screen“. Andreas Suika (Creative Director und Gründer von Daedlic Studio West) präsentierte in einer lockeren Art seine neuste Spieleentwicklung „The Long Journey Home“. Dies machte Suika nicht nur mündlich, er zeigte den Zuschauern im TV-Studio live den Prototypen und stellte sich mit dem Gamepad auf die Bühne. Das Entwicklerteam hinter „The Long Journey Home“ besteht lediglich aus neun Personen, laut Suika reicht dies aber schon für ein qualitativ hochwertiges Computerspiel aus. „Viel wichtiger sei eine klare Struktur im Spiel, der Spieler muss sich in die Lage der Charaktere reinversetzen können“, so Suika weiter.

 


Es wird laut im Studio
Im Panel „#vidjogeil“ waren Daniel Hoffmann (ambitious.films) und die beiden freiberuflichen Regisseure Carlo Oppermann und Christian Alsan zu Gast. Die drei arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen und haben unter anderem schon Musikvideos für CASPER, Kraftklub und Lance Butters umgesetzt. Ganz ihrem Motto entsprechend ließen die drei Bilder sprechen und zeigten den Zuschauern, wie viel Arbeit hinter einem einzelnen Musikclip steckt. „Das Konzept hinter einem Videoclip kann nach dem ersten Hören eines Liedes kommen, kann sich auch bis zum Rendern des fertigen Clips hinauszögern“, erklärte uns Christian Alsan. Wichtig sei es auch, in einem Musikclip nicht den aktuellen Trends zu folgen, sondern zeitlos zu denken. „Das Video wird dann zwar jetzt ein Hit, in 10 Jahren wird sich aber kein Mensch mehr dran erinnern“, ergänzte Carlo Oppermann.


Feiern ist auch wichtig“

Im Panel „9to5 or 24/7“ hatten wir Henriette Lippold (UFA Fiction), David Henning (MovieBrats Studios) und Nicolas Böll (Interessenverband der Synchronschauspieler) im TV-Studio zu Gast. Henriette Lippold gab den Zuschauern einen Einblick in die Arbeit eines ausführenden Produzenten. Dafür braucht man nicht zwingend ein Medienstudium, zumindest war das bei mir so“, verriet Lippold. Bei einer Serien- oder Filmproduktion sei ein großer Zusammenhalt im Team enorm wichtig, für das richtige Klima sollte man mit seinen Kollegen auch mal feiern gehen und einen ausgeben.
David Henning hat sich den Animationsfilmen verschrieben. Dabei liebt er die unendliche Kreativität, die man bei der Umsetzung der Story und der Charaktere besitzt, da man auch keine echten Darsteller braucht.
Komplementiert wurde das Panel von Nicolas Böll, einem der Gründer des Interessenverbands der Synchronschauspieler. Er gab Einblicke in die Arbeit eines Synchronschauspielers und redete über die teils schlechte Vergütung und Einstiegschancen für zukünftige Synchronschauspieler.


„Die Persönlichkeit steht im Vordergrund“
In der letzten Keynote des Tages hatte sich hoher Besuch angekündigt – Elisabeth Bauer von Google Germany referierte beim Medienforum Mittweida 2016 und gab exklusive Einblicke in die Arbeit bei Google. Ihr zufolge wird im Unternehmen sehr viel Wert auf die Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters gelegt.

Alle Mitarbeiter bei Google befinden sich in einer entspannten Atmosphäre und es herrscht ein angenehmes Betriebsklima. Es sei aber auch wichtig, dass Google in gute Manager investiert, welche die Motivation im Team stets oben halten können, so Bauer weiter. Abschließend gab sie noch den Tipp: Traut euch und bewerbt euch bei Google – wir sind immer auf der Suche nach kreativen Köpfen.

 


Sportlicher Abschluss
Zum Ende der beiden Kongresstage stand noch das Udo-Steinberg Symposium auf dem Programm. Moderator René Kindermann empfing unter dem Thema „Fairplay in Sport, Politik und Gesellschaft“ seine Talkgäste Dr. Mandy Risch-Kerst (Rechtsanwältin für Eventrecht), Guido Schäfer (Journalist), Kristina Bauer (mehrfache Bahnradweltmeisterin) und Wolfgang Watzke (DFB-Stiftung Egidius Braun). Schnell wurde sich die Talkrunde einig – Fairplay im Sport benötigt Regeln und Vorschriften. Guido Schäfer hob noch hervor: „Sportler stehen heute noch viel mehr unter Beobachtung der Medien. Dieser Vorbildfunktion müssen sich die Sportler bewusst sein“.

 


Viele Hände, schnelles Ende
„Das Medienforum Mittweida war rückblickend das Ergebnis einer hervorragenden Teamleistung“, so das Fazit der beiden Producer Lisa Mundt und Florian Bernhardt. Diese Teamleistung zeigte sich nach der letzten Talkrunde, alle im Team halfen beim Abbau mit, sodass wir schnell fertig wurden. Anschließend ging es für das gesamte Team noch zur Aftershowparty.

Eins noch: Wir laden euch hiermit schon mal am 21. und 22. November 2017 nach Mittweida ein, dann zum Medienfourm Mittweida 2017.

 

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